FSV Laichingen e.V.

100 Jahre wäre Jakob Laur dieses Jahr geworden

In seinem Leben hat Jakob Laur Herausragendes geleistet. Er war nicht nur passionierter Flieger, sondern auch Mitgründer des Flugsportvereins Laichingen. Als jahrzehntelanger Vorstandsvorsitzender im Ehrenamt, Träger des Bundesverdienstkreuzes war er die treibende Kraft im Flugsportverein Laichingen.
Am 12. September wäre Jakob Laur 100 Jahre alt geworden. Das diesjährige Flugplatzfest am 11. September steht ganz im Gedenken an den charismatischen Macher und Motors des Vereines.
Für den Flugsportverein Laichingen war Jakob Laur eine Schlüsselfigur. Er war Gründungsmitglied des Vereins und anschließend 59 Jahre lang dessen Erster Vorsitzender. In dieser Zeit bewegte und gestaltete er enormes.
Dabei konnte er seine aktive Fliegerkarriere als junger Mann nur unter großen Mühen beginnen. Denn schon als Junge hatte Jakob Laur, als jüngster Sohn von Barbara und Daniel Laur, auf dem elterlichen Hof in einer Maschine einen Daumen verloren. Die Flugtauglichkeitsuntersuchung bei der damaligen Luftwaffe verhieß zunächst nichts Gutes. Aber schon damals war seine Beharrlichkeit seine große Stärke und mit einem Quäntchen Glück schaffte er es doch noch ins Cockpit. Bei der Luftwaffe bildete er sodann zahlreiche Piloten aus.
Am 7. Oktober 1950 fand auf seine Initiative hin die Gründung des Flugsportvereins Laichingen statt. 1953 stieg Jakob Laur in die Wettbewerbsfliegerei ein und wurde auf einer Mü 13E "Stadt Laichingen" in Oerlinghausen Sieger in der Nachwuchsklasse. 1955 erreichte er auf einer „Weihe" den dritten Platz der Segelflugmeisterschaft. Mit dem vereinseigenen „Zugvogel II“ wurde er 1957 deutscher Meister. 1958 im polnischen Leszno, bei der Segelflug-Weltmeisterschaft 1958 belegte Laur den achten Platz in der offenen Klasse.
1964 begann der Grunderwerb am heutigen „Jakob-Laur-Flugplatz“ in Laichingen. 1967 wurde der Flugbetrieb genehmigt. Ohne das Verhandlungsgeschick und die Zähigkeit von Jakob Laur würde der „Jakob-Laur-Flugplatz“ heute so nicht aussehen.
Laur war in dieser Zeit auch immer als Wettbewerbsflieger aktiv. So nahm er an 12 Deutschen Meisterschaften teil, war Mannschaftsführer bei der Segelflug WM 1960 und 1968 und im Verein Segel- und Motorsegler Ausbilder. 1973 wurde die erste Flugzeughalle in Betrieb genommen, 1978 das Clubheim gebaut. 1996 folgte die zweite Flugzeughalle.
Laur war nicht nur engagierter Vereinsvorsitzender, sondern auch Familienvater von 5 Kindern, Filialdirektor der Sparkasse Laichingen und stellvertretendes Vorstandsmitglied der Sparkasse Ulm sowie langjähriges Mitglied des Gemeinderates seiner Heimatstadt.
Er erhielt 1987 das Bundesverdienstkreuz.
Auf Verbandsebene war Laur 27 Jahre lang als Rechnungsprüfer aktiv. So wurden ihm zahlreiche Ehrungen verliehen, unter anderem 1990 die Goldene Wolf Hirth Medaille des Baden-Württembergischen Luftfahrt Verbandes (BWLV) oder 2002 die Goldenen Daidalos- Medaille des DAeC. 2012 wurde er zum Ehrenmitglied im BWLV ernannt. Obwohl ein Schlaganfall ihn gesundheitlich einschränkte, nahm Jakob Laur bis zuletzt an den Entwicklungen in seinem Verein und am Luftsport Anteil.
Die Begeisterung für den Luftsport hat Jakob Laur an die nachfolgenden Generationen weitergegeben. So ist sein Sohn Eberhard Laur, nicht nur eine Spitzenpilot bei Welt und Europameisterschaften und Fluglehrer im FSV sondern auch als Präsident des BWLV der höchste Repräsentant der Luftsportler im Lande. Auch sein Enkel Marco Laur ist passionierter Flieger im Flugsportverein Laichingen.
Der Flugsportverein gedenkt mit einer kleinen Ausstellung beim Flugplatzfest am 11. September dem 100. Geburtstag von Jakob Laur.

Deutscher Segelflugmeister 1953
Jakob in seinem geliebten Kestrel
Bericht: Nico Happel
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