FSV Laichingen e.V.

Wechsel im Vorstand

Am 16.7. fand die Mitgliederversammlung des Flugsportvereins statt.
Hans-Peter Bleher berichtete vom abgelaufenen Jahr 2020. Beim Neujahrsempfang der Stadt wurden Modellflieger des FSV als Deutsche Meister geehrt.
Die Fluglehrer des Vereins trafen sich an einem Wochenende im Februar zur Weiterbildung im Franz-Keller-Haus auf dem Kalten Feld.
Noch vor der Corona-Pandemie starteten Jürgen Kohn, Bernd Nübling und Bernd Weber zu Streckenflügen mit über 1000 Kilometern Länge.
Dann kam Corona und damit ein zweimonatiges Betriebsverbot für Sportflugplätze.
An Hangar 1 gab es Sturmschäden und mehrere Fenster mussten ersetzt werden. Erstmals konnten Kinofans Filme in einem Autokino auf dem Jakob-Laur-Flugplatz sehen. Im August gab es ein Fluglager für die Nachwuchspiloten.
Die Streckensegelflieger stiegen von der 2. Liga wieder auf in die 1. Segelflugbundesliga. Das Abfliegen, welches in Form eines Ziellandewettbewerbes ausgetragen wird, gewann Daniel Baur.
Viele Veranstaltungen fielen aber leider aus. So muss nun wegen der fehlenden Einnahmen aus Drachenfest, Rock dein Leben und Flugplatzfest sparsam gewirtschaftet werden. Die geplante Clubheimrenovierung kann deshalb nur in kleinen Schritten in Angriff genommen werden. Trotzdem stellte Architekt Thomas Ott das Gesamtkonzept vor. Die steile Treppe im Clubheim soll geändert werden und die Küche wird zugunsten eines größeren Gastraumes verlegt. Unbedingt sollen die sanitären Anlagen modernisiert werden. Dabei bleibt aber die Grundstruktur des Gebäudes erhalten.

Für langjährige Vereinszugehörigkeit wurde Karl Dentrich geehrt. Er ist seit 70 Jahren im FSV und das letzte noch lebende Gründungsmitglied.
Heinz Emmerling wurde für 50 Jahre, Karl Dentrich 3, Gerhard Geppert , Jürgen Kohn und Walter Striebel für 40 Jahre, Rudolf Heinkel und Uli Renz für 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt.

Im Vorstand ergaben sich Änderungen. Erster Vorsitzender bleibt Hans-Peter Bleher, zweiter Vorsitzender bleibt Walter Striebel. Alfred Schosser stellte sich aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl. Für ihn wurde Michael Sonntag zum dritten Vorsitzenden gewählt.

Neu in den Beirat gewählt wurde Kevin Schmidt. Die Jugendlichen wählten Danny Smialy zum Jugendleiter.

Die Planungen für das restliche Jahr 2021 stehen unter Vorbehalt der weiteren Entwicklung bei der Corona-Pandemie. Sicher ist, dass der Motorsegler Scheibe Falke bald einen neuen Motor braucht. Die alte Maschine läuft zwar wunderbar, hat jedoch bald ihre zulässige Betriebsstundenzahl erreicht. Für das Feriendorf Heroldstatt sieht es im Moment ganz gut aus, aber ob der ROCK-vor-DEM-HANGAR, das Flugplatzfest mit dem 2. Laichinger Oldtimertreffen oder das Familiendrachenfest statt finden können, steht noch nicht fest.
Peter Bleher wünschte den Mitgliedern noch viele schöne und unfallfreie Flüge und beendete die Versammlung mit Extra-Wünschen für eine gute Gesundheit.

Der neue Vorstand
Uli R.
Walter ist seit 40 Jahren dabei
Walter, Peter, Alfred freuen sich mit Jürgen
Karle 3 ist seit 40 Jahren dabei
Heinz E.
Gerhard G.
Kevin S.
Danny S.
Bericht: Alfred Schosser, Bild: Nico Happel

Karl Dentrich

Am 07. Oktober 1950 wurde die Fliegergruppe Laichingen gegründet, aus der 1954 der Flugsportverein Laichingen e.V. entstand. Einer der 19 Gründungsmitglieder war Karl Dentrich, der somit seit über 70 Jahren Vereinsmitglied ist.
Der fast 93jährige Rentner kann auf ein bewegtes Fliegerleben zurückschauen. Karl Dentrich war über viele Jahre hinweg der aktivste Fluglehrer im Verein, und hat Generationen von Fliegern das Fliegen beigebracht. Unter anderem einer Tochter, einem Schwiegersohn und einem Enkel. Außer der Flugschulung, genoss er auch Streckenflüge mit dem Segelflugzeug oder dem Motorsegler sowie Rundflüge mit Fluggästen. Insgesamt hat er weit mehr als 6000 Starts und Landungen auf sein fliegerisches Konto.
Hans-Peter Bleher, 1. Vorstand des Vereines, meinte dazu: „Karl Dentrich war für mich das Vorbild, um Fluglehrer zu werden. Karl hat nie viel gesagt, aber was er sagte, hatte Hand und Fuß. Er hat jedem Flugschüler das Gefühl gegeben, nur für ihn da zu sein. Genau das war es, was mich dazu bewogen hat, Fluglehrer zu werden, um mein Wissen an Flugschüler weiterzugeben.“
Sein Fachwissen, handwerkliches Geschick, technisches Verständnis und seine beruflichen Möglichkeiten als Betriebsschlosser waren für die Wartung und Reparatur der Flugzeuge sowie sonstigen Gerätschaften aller Art sehr hilfreich. So war er auch beim Werkstattdienst Ansprechpartner für seine Vereinskameraden. Lange Zeit war er für die Instrumentierung der Flugzeuge verantwortlich.
Fliegen und der Verein waren sein Leben, das stand für ihn immer im Vordergrund. Das gesellige Miteinander mit den Kameraden nach dem Fliegen oder dem Werkstattdienst war es, was es ausmachte. So wurden Mitglieder des Vereins sehr gute Freunde. Die Familie musste einfach mitziehen, wenn der Ehemann und Vater im Sommer jeden Sonntag auf dem Flugplatz war. Die Familie war im Verein integriert und fühlte sich auf dem Flugplatz in der Gesellschaft anderer Mitglieder und deren Angehörigen wohl.
In der Anfangszeit, als Karl Dentrich noch Flugschüler war, fand die Schulung im Einsitzer statt und es gab keine Funkgeräte in den Segelflugzeugen. Der Fluglehrer am Boden hatte eine große schwarz/gelbe Tafel, die wie ein überdimensionierter Tennisschläger aussah, mit welcher er durch entsprechendes Winken Sichtzeichen geben konnte. So bekam der Pilot Anweisung, ob er z.B. landen soll oder einen Vollkreis fliegen soll.
Dazu erzählt er eine unglaubliche Geschichte:
„Ich war bereits im Landeanflug als mir jemand am Boden mit der Tafel signalisierte einen weiteren Vollkreis zu fliegen. Nach dem Vollkreis signalisierte mir die Person nochmals ich solle noch einen Vollkreis fliegen… tja, bis der Flügel den Boden berührte. Beim Aufschlag hat es mich, mitsamt dem Sitz aus dem Flugzeug katapultiert. So dass ich, noch angeschnallt am Sitz, neben dem Flugzeug saß.“ Dentrich lacht und führte fort: „Zum Glück ist niemandem was passiert. Die Schäden am Flugzeug wurden repariert. Warum die Person am Boden aber das missverständliche Signal gab, war schnell herausgefunden. Es stellte sich heraus, dass Kinder mit der Tafel spielten und mir „signalisierten“ ich soll Vollkreise drehen. Aus heutiger Sicht undenkbar! Damals kein Problem.“
Die Faszination fürs Segelfliegen teilt er mit einer Tochter, zwei Schwiegersöhnen und zwei Enkel. Zwei weitere Enkeltöchter beschnuppern dieses Hobby zurzeit als Flugschüler, und seine zwei Urenkel kommen mit wachsendem Interesse auch schon sehr gerne auf den Flugplatz. Somit nehmen mittlerweile vier Generationen an dem Vereinsgeschehen teil.
Der Vater von vier Töchtern schmunzelt: „Zwei meiner Schwiegersöhne sind ebenfalls begeisterte Segelflieger. Die beiden anderen sind in Ihrer Freizeit als Höhlenforscher aktiv. Auch so kann man mit der Familie Höhen und Tiefen erleben.“
Im Alter von 70 Jahren hat Karl Dentrich die Lehrtätigkeit im Verein nach fast 40 Jahren eingestellt.
Seither ist er Ehrenmitglied im FSV Laichingen.
Mit 80 Jahren hat er sich entschieden, nicht mehr aktiv zu fliegen.
Mit 90 Jahren hat er sich von seinem Auto getrennt und es „seinen“ Fliegern gegeben als Rückholfahrzeug.
Seinem Verein ist er weiterhin stark verbunden. Er besucht gerne alle traditionellen Veranstaltungen. Ganz besonders genießen er und seine Frau die Gesellschaft Gleichgesinnter beim Seniorenstammtisch auf dem Flugplatz. Leider konnte das pandemiebedingt nicht mehr stattfinden.

Jakob Laur, Mitgründer und Namensgeber des Jakob Laur Flugplatzes, schrieb einmal in einer Festschrift zum 40. Geburtstag des Flugsportvereines. „Durch Kameradschaft, ständige Bereitschaft, großen Idealismus und in vielen freiwilligen Arbeitsstunden der Mitglieder wurde das heute Erreichte möglich, auf das wir mit Recht stolz sein können.“

Und ja, das ist der Flugsportverein Laichingen, stolz auf Karl Dentrich, der 70 Jahre dem Verein seine Kameradschaft, ständige Bereitschaft, großen Idealismus und viele freiwilligen Arbeitsstunden geschenkt hat. Damit hat er unglaublich viel zu dem heute Erreichten beigetragen.

Danke Karl.
Die Vorstände und alle Vereinsmitglieder.

Bild und Bericht: Nico Happel

Rundflug EDPJ - Albtrauf – Burg Hohenzollern - Bodensee – Flughafen Friedrichshafen - Alpen mit Blick auf die Zugspitze – Schloss Neuschwanstein - EDPJ

Am vergangen Samstag hatte unser langjähriges förderndes Mitglied Manfred H., jetzt wohnhaft in Rostock, wieder mal die Gelegenheit seine Mitgliedschaft zu einem Mitflug in unserer Dynamic nutzen. Er bedankt sich mit diesen Bildern beim FSV Laichingen und beim Piloten Robin E. für dieses tolle Erlebnis.

Bericht: Jürgen Bauermeister, Bild: Manfred H.
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