FSV Laichingen e.V.

Hate Excalibur … wohin fliegt ihr?

Hate Excalibur … wohin fliegt ihr? Das war die häufig gestellte und ungläubige Frage der Laichinger Fliegerkameraden des FSV Laichingen. Am 20.05.2022 starteten Udo Hettrich und Patrick Lützel zu einem weiteren Flugabenteuer in Richtung Tschechien, Wetter und Flugroute wurden im Vorfeld genauestens studiert. Das vereinseigene und leistungsfähige Ultra-Light Flugsportgerät aus der Slowakischen Werft Aerospool mit dem Namen Dynamic WT9 und der deutschen Kennung D-MXAI ist mit einer Reisegeschwindigkeit von ca. 200 km / h ein zuverlässiger Reisepartner. Der Start erfolgte Freitagmittag in Laichingen. Über Memmingen, Starnberger- und Chiemsee ging es weiter entlang der stauträchtigen Autobahn A8 Richtung Salzburg. P. Lützel dazu: „Der freundliche Fluglotse unter „Salzburg Radar“ genehmigte eine direkte Durchquerung des Luftraumes Salzburg und ließ uns nicht nur über die Salzburger Altstadt und Burg fliegen, sondern schickte uns anschließend gleich noch über die wunderschönen Seen des Salzkammergutes. Nach einem Blick auf das „Weiße Rössl“ am Wolfgangsee ging es zum Endanflug auf den Flugplatz Gmunden (LOLA). Nach einer kurzen Pause und einem Pilotenwechsel nahmen wir über Podersdorf am Neusiedler See Anlauf auf die österreichische Hauptstadt Wien.“ Und U. Hettrich berichtet weiter:“ Auch hier schützt ein „Deckel“ den Luftraum vor anfliegenden Verkehr. Wir erhielten die Freigabe Wien entlang der Donau in einer Höhe von 2.500ft MSL zu queren. Wau … was für ein Erlebnis inkl. einer zweiminütigen Warteschleife wegen anfliegendem Verkehr auf den internationalen Flughafen, fanden wir uns auf Augenhöhe von „Wienhatten“ wieder.“ Der folgende Anflug auf das nördlich gelegene Hate Excalibur in der Tschechei direkt hinter der österreichischen Grenze war da nur so für die Beiden Piloten nur noch pro forma. Dieser UL - Ausweichflugplatz stand dem Zwecke für einen Besuch von Znojmo (Deutscher Name Znaim) in nichts nach, da der offizielle Flugplatz der gesagten Kleinstadt mit ca. 30.000 Einwohnern leider wegen Bauarbeiten, gemäß NOTAM und telefonischer Nachfrage geschlossen war. Eine ortsansässige Bekanntschaft machte uns mit der Umgebung und der attraktiven Altstadt vertraut. Nach einer kostengünstigen Übernachtung inkl. leckerem Frühstück ging es fliegerisch und bei strammem Gegenwind weiter in Richtung Prag. Auch hier war ein Überflug der Stadt geplant, wurde aber leider von der Flugaufsicht kurzfristig wegen anfliegendem Berufsverkehr auf den dortigen Flughafen verwehrt. So querten Lützel und Hettrich die Moldau, umrundeten Prag südlich und machten sich auf in Richtung Pilsen. Deutschland erreichten sie zu einem Pilotenwechsel in Weiden. An Nürnberg vorbei und nach einem kurzen, aber notwendigen Tankstopp in Schwabach erreichten sie am Samstag, den 21.05.2022 um 17:34 Uhr wohlbehalten den Heimatflugplatz in Laichingen.

Patrik Lützel und Udo Hettrich
Tankstopp in Schwabach
Weiße Rössl am Wolfgangsee
Blick auf Znaim
Wien entlang der Donau
Hate Excalibur
Bericht: Nico Happel

1000km im Segelflug

Der Laichinger Segelflugpilot Kevin Schmidt startete am 10.06.2022 zu einem besonderen Flug, der ihn durch halb Deutschland bringen sollte. Der Flug begann schon morgens um 09:04 Uhr in Laichingen auf dem Flugplatz. Nachdem der Motor des eigenstartfähigen Segelflugzeuges abgestellt wurde, machte sich Kevin auf den Weg Richtung Schwarzwald. Nachdem die Schwäbische Alb morgens schon schöne Wolken bescherte, ging es zügig voran. Kevin wendete im Gutachtal (bei Titisee-Neustadt) im Schwarzwald. Danach ging der Flugweg über den nördlichen Schwarzwald, vorbei an Pforzheim bis in den Odenwald. Kurz vor der zweiten Wende, die kurz vor Eisenach lag, wurde es auf Höhe der Rhön deutlich schwieriger. Das Wetter war dort nicht mehr so gut, wodurch die Durchschnittsgeschwindigkeit von über 100km/h zurück auf 93 km/h fiel. Nachdem der schwierige Teil bis zur Wende überwunden war, befand sich Kevin im besten Segelflugwetter. Im Thüringer-und im Bayrischen-Wald konnte so die Durchschnittsgeschwindigkeit auf 118 km/h gesteigert werden. Die letzte Wende, die Kevin umfliegen wollte, war Grafenwiesen. Dies liegt bei Cham im Bayrischen Wald. Leider war zu dem Zeitpunkt als Kevin dort war die Wende aufgrund des Wetters und des schon späten nachmittags nicht mehr erreichbar. Er wendete deshalb 20km vorher und trat somit die Heimreise etwas früher an. Der Heimweg führte dann über Regensburg, Ingolstadt und Aalen wieder zurück auf die Schwäbische Alb. Nach über 11 Stunden Flugzeit und 1013 geflogen Kilometern, also einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 93 km/h, landete Kevin überglücklich um 20:15 Uhr wieder in Laichingen, wo er von den Fliegerkameraden schon sehnsüchtig erwartet wurde. Es war besonders, das außergewöhnliche Wetter nutzen zu können. Nur die langen Tage im Juni machen einen Flug über 11 Stunden mit einem Segelflugzeug überhaupt möglich. Während des gesamten Fluges muss mit hoher Konzentration geflogen, das Wetter beobachtet, Entscheidungen überprüft und eventuell geändert werden. Langeweile kommt trotz der beachtlichen Flugzeit nie auf. Dieser Flug war der bisher weiteste Streckenflug über drei Wendepunkte und der Punkthöchste Flug, der von Laichingen aus geflogen wurde. Ein großer Dank gilt den Mitgliedern die Jungen Piloten ihre Hochleistungsmaschinen zur Verfügung stellen und somit solche Flüge überhaupt erst möglich machen.
Das Wetter hatte am darauffolgenden Wochenende aber immer noch nicht genug. Die Piloten aus Laichingen nutzten auch an den folgenden 2 Tagen das Wetter für weite Flüge. Für die Bundesliga konnten am Sonntag Jürgen Kohn und Bernd Mangold schnelle Flüge mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 124 km/h beisteuern. Der dritte Flug der Bundesliga-Wertung steuerte Bernd Weber bei, der sich momentan bei Meisterschaften in Winzeln befindet. Somit konnte ein 9. Platz in dieser Runde erreicht werden.

Bericht: Kevin Schmidt
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